Wenn es dir möglich ist, mit nur einem kleinen Funken die Liebe in der Welt zu bereichern, dann hast du nicht umsonst gelebt.


Fremder

von Annegret Kronenberg
Reich mir deine Hand, du Fremder
ich zeige dir mein Heimatland.
Gemeinsam woll'n wir Wege gehen,
die dir noch fremd und unbekannt.

Alle Blumen, die hier blühen,
sollen blühen auch für dich;
und der Segen dieser Erde
reicht bestimmt für dich und mich.

Meine Heimat - deine Fremde
kann dir kein "Zuhause" sein.
Doch niemals sollst du sagen müssen:
"Sie reichten mir statt Brot den Stein."


Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt. (Hebr.13,2)

Immer wenn wir gerade Gäste haben, muss ich an dieses Bibelwort denken und ich kann sagen,bei uns waren bisher nur Engel zu Gast.

Alle die jetzt neugierig geworden sind und Lust bekommen haben, auch mal ihr Haus für einen jungen Menschen aus einem anderen Land zu öffnen, können mich gerne kontaktieren oder mal hier vorbeischauen: www.experiment-ev.de





Experiment e.V. geht auch immer mal wieder neue Wege und so können seit ein paar Jahren auch junge Leute aus dem Ausland einen Freiwilligendienst in Deutschland absolvieren so wie Juan Andrés aus Ecuador. Er arbeitete 10 Monate in einem freien Kindergarten mit Waldzimmer. Zunächst mal wollte und sollte ich ihm eine Gastfamilie in der Nähe seines Projektes suchen, was mir aber leider nicht gelungen ist. So haben wir kurzerhand entschlossen den jungen Mann selber in unserer Familie aufzunehmen. Im September 2015 kam Andrés, wie wir ihn nennen, da das spanische Juan für uns schwer auszusprechen ist, in unser Haus. Von der Großstadt Quito im ecuadorianischen Hochland in die 3000 Seelengemeinde Rheinhausen im Flachland zu ziehen ist nicht so einfach und erfordert so einiges an Umstellung. Auch täglich fast 8 Stunden mit kleinen Kindern zu arbeiten, deren Sprache man kaum versteht ist eine echte Herausforderung. Dazu kam der Deutschkurs im 30km entfernten Mannheim, der 2 x in der Woche stattfand. Unser neues Familienmitglied hatte also alle Hände voll zu tun und wenn er dann wirklich mal zu Hause war, konnte er oft der "Late-night-Siesta" wie wir sein Frühes zu Bett gehen nennen, nicht wiederstehen.

Als erfahrene Gastfamilie wissen wir natürlich, dass aller Anfang schwer ist und manche Dinge eben Zeit brauchen und Geduld. Das hat sich auch bald bewährt und Andrés wurde zum Familienmitglied. So lernten wir nicht nur ihn kennen sondern auch "Grüne Bananen", "Yucca-Wurzeln" (Maniok) und die "Grandadilla-Frucht". Im Gegenzug zeigten wir ihm Deutschland und Frankreich (Elsass) von seinen schönsten Seiten, wir feierten Weihnachten und Geburtstage zusammen und genossen den gegenseitigen Austausch.


Für Andrés war bald klar, dass er gerne in Deutschland studieren möchte und nun wurde fleißig deutsch gelernt und praktiziert. Gerne unterstützte ich ihn beim Gang zu den Behörden um den Aufenthaltstitel zu verlängern. Offensichtlich waren die Mitarbeiterinnen des Landratsamtes schon mit den vielen unbearbeiteten Anträgen der Flüchtlinge überfordert und hatten keine Lust sich auch noch mit jungen Leuten aus Südamerika zu beschäftigen. Dennoch konnten wir alle Steine und Hürden aus dem Weg räumen und Andrés konnte sich ab Juli in aller Ruhe auf das Studieren an einem deutschen Studienkolleg vorbereiten. Selbstverständlich durfte er dabei weiterhin bei uns wohnen. In einem B2 Intensivkurs konnte er sein Deutsch noch mal wesentlich verbessern und hat dann auch die erste Studienkollegprüfung in Mettingen bestanden.

Auch wenn wir uns sehr darüber freuten, dass er sein erstes Ziel erreicht hat, war uns auch klar, dass nun der Abschied ebenfalls näher rückt. Für mich immer der schlimmste Teil des Gastfamilienaufenthaltes. In 16 Monaten gewöhnt man sich eben sehr aneinander. Da Andrés aber in Deutschland bleibt wird er für uns auch Familienmitglied bleiben und wir hoffen natürlich, dass er uns auch weiterhin als seine deutsche Familie besucht. Nebenbei werden selbstverständlich fleißig die Daumen für das Studienkolleg und das daran anschließende Studium gedrückt.


Jedes Jahr im Sommer erwarten wir bei Experiment e.V. unsere Deutschlehrer aus Afrika. Sie haben bei verschiedenen Goethe-Instituten die Möglichkeit eine Fortbildung in Deutschland zu machen und dürfen davor bzw. anschließend einen 2-wöchigen Familienaufenhalt  in einer deutschen Familie genießen. Dieses Jahr konnte ich mit Baba aus Mali und seiner Gastfamilie einen Ausflug nach Speyer machen. Es ist für mich auch immer interessant, etwas über die von uns doch so weit entfernten Länder zu erfahren. Von Mali wusste ich bisher nicht viel. Da konnte mir Baba so einiges erzählen, unter anderem auch, dass seine Schüler gerne deutsch lernen.




An Weihnachten ist bei Experiment e.V. sowas wie ein kleines Wunder geschehen, denn schon Anfang Dezember waren alle unsere Ausländischen Studierenden (mehr als 100 Teilnehmer) in Gastfamilien vermittelt. Für uns Betreuer auch ein großer Erfolg. Durch mehrere Inserate in unseren Zeitungen konnte ich auch selber 5 Gastfamilien in der Region Heidelberg/Bruchsal finden und so 4 chinesische und 1 tunesischen Studenten über die Weihnachtsfeiertage betreuen. Damit wir uns alle erst mal kennen lernen konnten, haben wir am 4. Adventssonntag den Weihnachtsmarkt beim Kloster Neuburg bei Heidelberg besucht. Trotz schmuddeligem Regenwetter sind 4 Gastfamilien mit ihren Weihnachtsgästen gekommen und wir haben einen schönen Abend beim Kloster Neuburg verbracht. Anschließend ging es nach Hause und die Studenten konnten 2 Wochen typisch deutsche Weihnachtsfeiertage und Silvesterfeiern erleben. Am 3. Januar ging es für alle wieder zurück zu ihren Universitäten wo sie sicherlich noch lange an ihren Gastfamilienaufenthalt denken werden. Alle haben versprochen mit ihren Familien Kontakt zu halten und bei einigen ist schon das nächste Treffen geplant.





Gastfamilie sein macht immer wieder Spaß und so haben wir uns im August 2014 bereit erklärt für Sarah aus Lousville/Kentucky/USA für 10 Tage bei uns aufzunehmen, bis ihre Gastfamilie aus dem Urlaub zurück gekehrt ist. Sie ist Teilnehmerin des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms und wird 10 Monate in einer deutschen Gastfamilie verbringen. Wir hatten in dieser Zeit viel Spaß zusammen, konnten ihr schon ein paar deutsche Gewohnheiten und etwas von der deutschen Kultur zeigen. Auch unsere Familie aus der Pfalz konnte sie dabei kennen lernen und somit auch etwas über verschiedene Dialekte erfahren. Viel Spaß hat ihr dabei das Fahrad fahren bereitet. So durfte sie auch gleich mein altes Fahrad mit zu ihrer Gastfamilie nehmen.





Weihnachten mal anders erleben? Das wäre doch eine tolle Sache und so haben wir Ranganathan aus Indien, einen Maschinenbaustudenten, der gerade in Aachen studiert, eingeladen, die Weihnachtsfeiertage mit und bei uns zu verbringen. Natürlich wurde wieder mal alles von "Experiment e.V." organisiert. Unser Gast reiste am 21. Dezember mit der Bahn an und wurde von uns am Bahnhof empfangen. Ranga, wie wir ihn sogleich nennen durften, war begeistert, das wichtigste Fest der Christen hier in Deutschland so richtig mit erleben zu können. Edgar hat ihn gleich mal mitgenommen um den Christbaum einzukaufen und das Moos für die Krippenlandschaft habe ich mit in einem kleinen Wäldchen gesammelt. Dabei konnte ich schon viel über das Leben in Indien erfahren. Eine kleine Einführung in den Hinduismus gab es dann am Abend. Das war für mich persönlich sehr interessant, denn von dieser Religion hatte ich bisher wirklich keine Ahnung.
Am Morgen des "Heiligen Abends" wurde dann traditionell unser Weihnachtsbaum geschmückt. Ranga hat natürlich fleißig mitgeholfen und war der Meinung, dass die schönsten Kugeln in jedem Falle nach vorne gehören. Schon am Abend zuvor hatte ich ihm die Weihnachtsgeschichte erzählt und so war es auch kein Problem die Krippenfiguren richtig zu plazieren. Ich fühlte mich in alte Zeiten zurückversetzt, als unsere Kinder noch mit Begeisterung beim Baum schmücken geholfen haben.
Den Besuch der "Christmette" habe ich unserem Gast frei gestellt, aber Ranga ließ es sich nicht nehmen, auch mit uns zum Gottesdienst zu gehen. Es war ein herrliches Gefühl wenn 2 so unterschiedliche Religionen einen gemeinsamen Weg finden und sich so respektieren. Da kam für mich der wahre "Weihnachtsfrieden" auf, was sich auf den gesamten "Heiligen Abend" übertragen hat.




Am ersten Feiertag wurden wir von unserem Gast mit einem Festessen aus der indischen Küche verwöhnt. Natürlich durfte dabei Reis nicht fehlen. Ranga hatte die traditionellen indischen Gewürze im Koffer und so hatten wir den Genuss, das ferne Land auch kulinarisch kennen zu lernen. Das durften wir in den nächsten Tagen noch des öfteren genießen, denn Ranga kochte mit zunehmender Begeisterung.
Dieses Jahr hatte ich neben unserem eigenen Gast noch 4 weitere Studenten bei 3 unterschiedlichen Gastfamilien zu betreuen und da bot sich doch ein Gastfamilientreffen regelrecht an. So haben wir uns am 28. Dezember vor dem Dom in Speyer getroffen um den Nachmittag dort mit einem Bummel über den Weihnachtsmarkt zu verbringen. Jedoch haben wir uns schnell in einem Cafe zum gemütlichen Beisammensitzen und Kennen lernen verkrochen. Am Abend gab es dann Abendessen bei uns zu Hause. Dazu hatten die Studenten Gerichte aus der jeweils einheimischen Küche mitgebracht. So gab es "Tarjine" und "Couscous-Salat" aus Tunesien, "Tofu" und "Huiguorou" aus China und "Fried Rice" aus Indien. Als Nachtisch hat uns Ranga eine leckere Karamelspeise serviert. Die Studenten und Studentinnen haben sich so viel Mühe gegeben und ihren Familien sehr viel Freude bereitet, was mich als Betreuer natürlich auch sehr zufrieden macht.



Von unserem Gast mussten wir uns dann auch bald verabschieden. Er wird noch eine Weile in Aachen studieren und so hoffen wir natürlich alle auf ein baldiges Wiedersebesonderes Weihnachtsfest haben wir so tatsächlich bekommen und noch vieles mehr, was wir gar nicht erwartet hatten.



Im August 2013 sind wir allesamt nach Boston gereist um Jamie wiederzusehen, die dort eine Doktorandenstelle an der Harvard Universität hat. Wir wurden herzlich von ihr am Flughafen begrüßt und schon mit dem ersten Frühstück ausgestattet. Boston ist eine tolle Stadt und wenn man dann noch einen tollen einheimischen Tour Guide hat, macht es noch viel mehr Spaß auf Erkundungstour zu gehen. Dabei haben wir nicht nur die Stadt kennen und lieben gelernt, sondern konnten auch einen Blick in die Räume der Harvard Universität werfen, Buckelwale beobachten und mit den Studenten eine Tanzstunde erleben. Ein freudiges Wiedersehen gab es auch mit Christopher aus Virginia, der 2 Tage mit uns verbracht hat, bevor er wieder an seine Universität in Washington zurück musste. Auch wenn die gemeinsame Zeit sehr kurz war, stellt sich sehr bald eine gewisse Vertrautheit ein. Im Gepäck hatte ich auch sein Lieblingsspiel "Carcasonne", welches uns einen gemütlichen Ausklang eines Abends beschert.

Adrian habe ich vor ein paar Jahren betreut. Er besuchte gerade seine Freundin Courtney, die ebenfalls in Boston lebt und studiert. Da bietet sich ein Treffen natürlich geradezu an. Mit Haribos (Tipp seiner Gastfamilie) und deutscher Schokolade bepackt, treffen wir ihn ebenfalls auf dem Harvard Campus. Es war sehr interessant zu hören, was er gerade macht und wie seine Zukunftspläne aussehen.

Einen kleinen Bericht dazu findet ihr auch auf der Homepage von Experiment e.V.


Einen schönen Nachmittag konnte ich im Herbst 2012 bei einer mir schon ans Herz gewachsenen Gastfamilie verbringen. Sie hatte sich schon im Sommer bereit erklärt einen unserer FAS-Studenten für 2 Wochen aufzunehmen. Und so hatte ich das Vergnügen im Oktober die Familie wieder zu besuchen und dort Tong aus China kennenzulernen. Dieser fühlte sich sichtlich wohl bei seiner deutschen Familie und hat das Familienleben dort genossen und bereichert. Wie der Zufall manchmal will, hatte ich auch das Glück meinen ehemaligen Schützling aus Südkorea Jinwook anzutreffen, der gerade seine ehemalige Gastfamilie besuchte. Die Wiedersehensfreude war auf allen Seiten groß uns so konnten wir alle einen schönen gemeinsamen Nachmittag mit Deutsch-Chinesisch-Koreanischem Kulturaustausch erleben.





Einen neuen für uns total fremden Kontinent konnten wir im Sommer 2012 kennen lernen. Mitte Juli hatten wir Franck, einen afrikanischen Deutschlehrer aus der Elfenbeinküste zu Gast, der übrigens ein fast astreines Deutsch spricht. 2 Wochen lang konnten wir so erfahren, was das Leben an der Côte d'Ivoire  von unserem hier in Deutschland unterscheidet und das ist Einiges. Vieles was für uns Europäer selbstverständlich geworden ist, ist für Afrikaner völliges Neuland. Manches unterscheidet uns natürlich auch nicht. Das Verhalten der Schüler in der Schule scheint wohl in jedem Land gleich zu sein.  Wir hatten eine schöne Zeit zusammen und Franck konnte mit unserer Hilfe auch vieles über Deutschland erfahren und einige schöne Gegenden und Städtchen kennen lernen, die er bisher nur aus Schulbüchern kannte. Anschließend ging es noch für 2 Wochen nach Berlin zur Fortbildung am dortigen Goethe Institut, was ihm, wie er uns mittlerweile berichtete auch sehr gut gefallen hat.





Jinwook aus Südkorea ist ein musikalisches Supertalent. Mit ihm habe ich einen Ausflug nach Karlsruhe gemacht. Wir haben dort das ZKM erkundet und sind dann anschließend noch zum Schlosspark. Im Herbst konnte ich dann ein tolles Matineekonzert erleben, bei dem er gezeigt hat, was man aus so einem Flügel rausholen kann. Einfach super!!!!


Abschied nehmen mussten wir im Sommer von Adrian und Micaela, die wieder in ihre Heimat, den USA zurückgeflogen sind. Vor der Abreise gab es bei uns im Garten noch mal ein gemütliches Grillfest mit allen Gastschülern und Gastfamilien.





Als Betreuerin von Gastschülern und ihren Gastfamilien habe ich sehr viel Freude und kann viele verschiedene Kulturen kennen lernen. So habe ich mit Jonas, der aus Taiwan kommt einen Ausflug nach Heidelberg gemacht. Jonas hat sich sehr gefreut, die schöne und berühmte Stadt kennen zu lernen. Er ist zur Zeit als Student in Deutschland und konnte über Ostern 2 Wochen in einer deutschen Gastfamilie verbringen. Experiment e.V. macht es so den jungen Leuten möglich, die deutsche Kultur und das Leben in Deutschland besser kennen zu lernen.

Thanksgiving in Rheinhausen

2 besonders engagierte Gastschüler und Jamie haben es möglich gemacht, dass wir dieses Jahr auch mal das in den USA so wichtige Familienfest "Thanksgiving" bei uns Zuhause feiern konnten. Das Fest wird traditionell am 4. Donnerstag im November gefeiert. Da dieser Tag in Deutschland nicht schul- und arbeitsfrei ist, haben wir die Feierlichkeiten um einen Tag verschoben. Schon am frühen Nachmittag konnte ich Jamie am Bahnhof abholen. In ihrem Gepäck hatte sie einen 5-Kg-schweren Truthahn. Da er mehr als 3 Stunden im Backofen verbringen muss wurde er von der "Spezialistin" traditionell gefüllt und in den Ofen geschoben. Jetzt ist Zeit zum Klönen. Während der Truthahn im Ofen schmorte saßen Jamie und ich bei Kaffee, Tee und Kuchen in Monis Flohmarktlädchen, welches an diesem Tag Geburtstag feierte. Danach wurden Kartoffelpürree, Cornpudding und Applepie für das Abendessen vorbereitet. Gerade als alles fertig war trudelten Micaela und Adrian mit ihren Gastfamilien ein und die Feier konnte beginnen. Der Truthahn war fertig und bald standen viele amerikanische Köstlichkeiten auf dem Tisch. So konnten wir Cornpudding, Cranberrysauce, Sweet Potatos, Grenn beans und frisch gebackene Ingwerkekse probieren und genießen. Natürlich durfte auch Wein aus Californien nicht fehlen. Ja man isst nicht nur Hamburger in den Vereinigten Staaten.

Alles war sehr lecker. Wir hatten einen tollen, gemütlichen, unterhaltsamen Abend. So macht "Gastfamilienaufenthalt" Spaß für Schüler und Gastfamilien und natürlich auch für die Betreuerin.

Gaststudentin aus den USA bei Bolenders

Ein einziger Anruf kann das Familienleben für kurze Zeit verändern. Das haben wir im September 2010 erlebt als Frau Conte von Experiment e.V. bei uns anrief und fragte, ob wir Lust dazu haben, eine Gaststudentin aus den USA für 4 Wochen aufzunehmen. Lust habe ich eigentlich immer und auch meine Familie war nicht abgeneigt und so kam Jamie aus Virginia Ende September zu uns. Schon ein paar Tag vorher konnten wir sie über Skype kennenlernen - ja so einfach ist das heutzutage.

Jamie hat sich sehr schnell in unser Familienleben eingefügt und viel von ihrem Heimatland und von ihrem Vorhaben ein Jahr in Deutschland zu studieren, erzählt. Im Gegenzug konnten wir ihr sie ein bisschen in das Leben in Deutschland einführen, was auch Sinn der Sache dieses Eperiment-Gastfamilienaufenthaltes ist. Auch Ausflüge in die Umgebung gehören für uns als "Gastfamilienprofis" dazu. Dabei kann man auch selber immer wieder Neues entdecken und die Dinge mit den Augen eines Fremden sehen.

Die 4 Wochen vergingen wie im Fluge. Unsere Gasttochter hat mittlerweile eine WG in Heidelberg gefunden und selbstverständlich wird sie uns während ihres Aufenthaltes in Deutschland noch öfter mal besuchen.

Gastschüler aus der ganzen Welt im Raum Bruchsal 2010

Zur Zeit habe ich das Vergnügen 4 Gastschüler und ihre Familien in meiner Umgebung zu betreuen. Das macht mir großen Spaß. Deshalb habe ich auch beschlossen in unserem Garten zu einem "Internationales Grillfest" einzuladen, damit sich die Familien und die Schüler untereinander austauschen können.

Da drei der Schüler Teilnehmer des "Parlamentarischen Patenschaftsprogrammes" sind, wollte ich ihnen auch Gelegenheit geben ihren zuständigen Bundestagsabgeordneten kennen zu lernen und habe Herrn Olav Gutting dazu eingeladen. Ich habe mich sehr gefreut, dass Herr Gutting sich die Zeit genommen hat, um die Schüler und ihre Familien zu treffen. Er erzählte  von seinem eigenen USA-Aufenthalt vor vielen Jahren und dass er immer noch Kontakt zu seiner Gastfamilie hat - sehr ermutigend für die doch recht unerfahrenen Gastschüler und auch die Familien.

Es war ein sehr schöner Nachmittag, den wir zusammen verbracht haben. Ich danke Herrn Gutting für seinen Besuch und  wünsche meinen "Schützlingen" und ihren Gastfamilen weiterhin gutes Zusammenleben und viele schöne, gemeinsame Erlebnisse.

Chinesische Gaststudentin - Ostern 2010

Ostern 2010 war für uns was ganz Besonderes. Schon eine Woche vorher konnten wir unsere chinesische Gaststudentin Nini in unserer Familie willkommen heißen. Sie studiert in Essen Germanistik und kam über das FAS-Programm von Experiment e.V. zu uns. Es war sehr interessant für uns, mehr über das uns so fremde China zu erfahren und Nini erzählte uns gerne über ihr Heimatland. Da in Verenas Geschichtsunterricht gerade China angesagt war, durfte sie auch mal den Unterricht an einer deutschen Schule erleben. An meinem Geburtstag wurde ich dann mit vegetarischem Sushi verwöhnt, was mir bestimmt ewig in Erinnerung bleiben wird. In der Karwoche haben wir natürlich Eier gefärbt (teils mit chinesischen Zeichen), Hefezopf gebacken und unsere Kinder haben sie auch zum "Rätschen" der Ministranten mitgenommen. Dazu musste sie allerdings schon um 5:30 Uhr aufstehen, um dann anschließend mit dem Fahrrad singend und Krach machend durch unsere Straßen zu ziehen. Ein alter Brauch, der in China sicher unbekannt ist. Am Sonntag ging es dann auf Ostereiersuche in unserem Garten.

Selbstverständlich haben wir unserem Gast auch die Gegend gezeigt und Ausflüge nach Speyer, in den Schwarzwald, ins Elsass, nach Heidelberg und Bad Wimpfen gemacht. Die 2 Wochen gingen wie immer sehr schnell vorbei. Als Abschluss am Samstag Abend konnte Nini noch unsere Kinder beim Frühjahrskonzert des Musikvereins erleben und am Sonntag ging es dann zurück nach Essen mit dem Gedanken sich möglichst bald wiederzusehen.

Schüleraustausch mit Frankreich - Simon 2008

Simon und Manuel konnten mittlerweile ihr Versprechen einlösen und haben ihre Lehrerinnen damit überrascht, dass sie den Schüleraustausch mitmachen wollen und schon einen Wunschpartner haben. So kam dann Simon Mitte März 2008 für 10 Tage zu uns und die Wiedersehensfreude war riesengroß. Alles war ganz unkompliziert, denn wir kannten ja diesmal unseren Schüler schon. Simon hatte sehr viel Spaß mit unserer damals noch kleinen Mia, die ihn auch gleich als "Herdenmitglied" akzeptierte. Am Abend hat er mir dann mal gezeigt, was auf meiner Gitarre so rauszuholen ist - hätte ich nicht gedacht, dass man darauf so abrocken kann ;-).

Schön war auch unser Auflug in den Schwarzwald mit einer bekannten Familie, die auch einen Gastschüler aufgenommen hatte. Die Jungs hatten sehr viel Spaß im Schnee, was man auf der Île de Ré ja gar nicht kennt. Auch diese Woche ging schnell vorbei und Simon konnte mit vielen schönen Eindrücken in seine Heimat zurückkehren.

Manuel durfte dann Anfang Mai auf die schöne Atlantikinsel reisen, die er ja schon kannte. Simons Familie und besonders Emilie haben sich auch sehr auf das Wiedersehen gefreut. Die beiden Jungs hatten viel Spaß zusammen und Simon konnte Manuel zeigen, was man mit einem Surfbrett so alles anstellen kann.

Ein Jahr mit Chris 2006/2007

Im März 2006 haben wir uns dazu entschlossen, einen Gastschüler für längere Zeit aufzunehmen. Auf die Idee kamen wir durch einen Zeitungsartikel, bei dem die Austauschorganisation Experiment e.V. Gastfamilien für Teilnehmer des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms aus den U.S.A suchte. Die ganze Familie war hell begeistert, als wir dann Mitte Mai erfahren haben, dass Christopher aus Virginia, 10 Monate, also ein ganzes Schuljahr, bei uns verbringen wird. Nach vielen E-mails und auch Telefongesprächen konnten wir es kaum erwarten, ihn im August persönlich kennenzulernen und in unsere Familie für eine längere Zeit aufzunehmen. Christopher hat sich sehr schnell bei uns eingelebt und durfte auch gleich mit uns nach Frankreich zur Ile de Ré und an die Schlösser der Loire fahren, wo es unter anderem auch ein Wiedersehen mit Emilie und ihrer Familie gab. Es war ein sehr schöner Urlaub. Die Jugendlichen haben sich trotz vieler Sprachbarrieren sehr gut verstanden. Auch Manuel und Emilies Bruder Simon haben sich angefreundet und beschlossen, genau wie ihre beiden Schwestern den Schüleraustausch in ihren Schulen mitzumachen.

In Deutschland wieder angekommen wurde es dann ernst für unseren Gastschüler und der Schulalltag begann. Chris' Deutsch wurde jetzt von Tag zu Tag besser und bald wurden auch die ersten Freundschaften in der Klasse geschlossen. In der Ministrantengemeinschaft unserer Kinder hat man ihn gleich als Halloweenexperte engagiert und im Musikverein konnte er als Trompeter mitspielen. Hat er uns anfangs doch öfter mal mit "grazy germans" bezeichnet, so war dieser Begriff jetzt immer seltener zu hören. Wir haben erfahren welche Bedeutung "Thanksgiving" , "St. Patricks-Day" und the "Day of Independence"  in den U.S.A haben und an Weihnachten kam dann "Santa" zu uns und hat heimlich die "Stockings" gefüllt. Im Gegenzug haben wir viele Ausflüge innerhalb Deutschlands und Frankreichs unternommen, die immer sehr viel Spaß gemacht haben. Alles in allem hatten wir eine sehr schöne Zeit miteinander und die 10 Monate vergingen wie im Flug.

Am Ende des Austauschjahres hatten wir auch noch Gelegenheit Christophers Familie persönlich kennenzulernen, die ein paar Tage bei uns verbracht hat, um dann anschließend eine Reise durch Europa zu machen. Wir haben schöne gemeinsame Tage erlebt und zwischen beiden Familien ist eine Freundschaft entstanden, die wir alle nicht mehr missen möchten.

Im Sommer 2009 haben wir uns dann alle auf eine Reise in die USA gemacht, um unsere Freunde dort wiederzusehen. Die Freude war riesengroß und wir konnten auch mal richtig den "American way of life" kennenlernen.

Besuch aus Brasilien 2005

Nun hatte es sich herumgesprochen, dass Bolenders gerne auch mal ausländische Gäste aufnehmen und prompt kam bald die Anfrage, ob wir Gäste aus Brasilien für ein paar Tage aufnehmen können, die mit ihrem 
Universitätschor hier in der Gemeinde zu Gast sind. Na ja, warum nicht, dachte ich mir und habe gleich mal meine Nähstube zum Gästezimmer umfunktioniert. Als die Gäste am Gemeindehaus empfangen wurden, war ich sehr überwältigt, wie herzlich und spontan diese jungen Leute aus Brasilien sind. Mirella, die Gesangslehrerin der Gruppe und Isabel, eine junge Studentin haben sich sehr gefreut, dass sie bei uns wohnen dürfen. Sie kamen aus Fortaleza im Bundesstaat Ceara im Norden von Brasilien und haben es sehr genossen in unserem Garten auf die Felder zu blicken, was für die beiden Großstadtbewohner ganz neu war. Gerne haben sie uns auch etwas über ihr Heimatland und den Chor erzählt. Ich habe die beiden schnell ins Herz geschlossen. Beim gemeinsamen Konzert mit unserem Kirchenchor im Ort glänzte Mirella mit ihrem Solo des "Ave Maria", was mir gewaltig unter die Haut ging. Wenige Tage später konnten wir dann auch die beeindruckende brasilianische Show der Gruppe sehen, bei der sie mit ihren temperamentvollen Gesängen und Tänzen die Lebensweise in ihrem Land dargestellt haben. Ich habe in diesen Tagen gelernt, dass es einfach Spaß macht aufeinander zuzugehen, spontan miteinander zu singen und dass unsere deutsche Pünktlichkeit gar nicht so wichtig ist.

Isabel ist mir mittlerweile eine gute Freundin geworden. Sie ist ein richtiges Sprachtalent und studiert gerade Deutsch, so dass ich jetzt wunderbar in meiner Muttersprache mit ihr kommunizieren und chatten kann.

Wir konnten auch das Jahr 2011 zusammen in Deutschland beginnen, als Isabel mit ihrem Freund Maurice bei uns zu Gast war - für alle Seiten eine schöne Erfahrung.

Schüleraustausch mit Frankreich - Emilie 2004

Dass Gastfreundschaft etwas ganz tolles ist, hat uns vor ein paar Jahren Emilie aus Frankreich gezeigt. Sie war für eine Woche bei uns, im Rahmen eines Schüleraustausches, der regelmäßig von der Schule organisiert wird und an dem auch unsere Tochter teilgenommen hat. Die Woche mit Emilie war sehr lustig, denn auf Grund mangelnder Sprachkenntnisse auf beiden Seiten, mussten wir uns ständig was einfallen lassen, um zu kommunizieren. Am Ende der Woche waren wir dann echt fit in Zeichensprache und Pantomime. Die Abende haben wir täglich mit einer Runde "Ligretto" ausklingen lassen. Bei diesem Kartenspiel muss man nur Farben und Zahlen kennen, welche wir jetzt in der französischen Sprache ganz gut beherschen.

Auch der Gegenbesuch auf der Atlantikinsel Île de Ré war für unsere Tochter ein unvergessliches Erlebnis. Sie wurde von Emilies Familie sehr herzlich aufgenommen und die beiden Mädchen sind gute Freundinnen geworden.

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